21:00 Uhr. Unsere letzte Gassirunde des Tages.

21:00 Uhr. Unsere letzte Gassirunde des Tages.

Eisig kalt umschmeichelt der schwache Wind mein Gesicht.
Meine dunkelblaue Kappe tief ins Gesicht gezogen.

Die Finger, tief in der Jackentasche vergraben, umklammern
sie Lettys Hundeleine. Fleissig zieht die Leine nach rechts, dann
wieder nach links. Mit einem Ruck zieht sie sich straff und es wird
eifrig an der nächsten Ecke geschnuppert. Wir ziehen unsere,
inzwischen routinierte, letzte Runde des Tages.

In langsam Schritten umkreisen wir die Häuser in unserer Nachbarschaft.
Wir sind angekommen. Wir sind zu Hause. Im neuen Daheim. Neue Strassen. Unsere.

Die beliebten Schnupper-Ecken, regelmässig wiederholend, kenne ich bereits.
Ein herabhängender Zweig, ein Gebüsch, eine Wiese, der knallrote Hydrant und das
altbekannte Loch werden täglich aufs neue untersucht und ausgiebig beschnuppert.
Die Route variert natürlich. Einmal links, einmal rechts herum, das nächste Mal
klappern wir noch eine Strasse mehr ab oder biegen bei einer anderen Verzweigung
ab. Je nach Lust und Laune eben. Wir erforschen ja immer noch. Denn wir sind ja
“DIE NEUEN“ hier. In dieser alt eingesessenen Umgebung. Ehrlich gesagt “sind wir
nur ein Dorf weiter gezogen“. Du lachst jetzt bestimmt. Aber diese Ecke ist mir gar nicht bekannt. Ich kenne mich nicht aus. Letty natürlich auch nicht. Komisches Dorf, Nette Leute, viele uns noch unbekannte Strassen. Den Wald kennen wir inzwischen besser als den Dorfkern selber. Aber der zieht uns auch nicht gerade in den Bann. Es ist nicht das “Malerische Bergdorf“ wie es im Romane steht. Eher so: Altes Bahnfahrer-Dorf. Mitten durch geht der Zug, welcher den Süden und den Norden der Schweiz verbindet.
Also sind wir hier im perfekten “Durchfahrtsgebiet“. Naja was soll’s. Schön ist’s trotzdem. Und Ruhig. Abgesehen vom Zug. Aber der ist schön weit weg von unserem Häuschen. Weiter geht’s…
Letty’s Laufwille hält sich manchmal in Grenzen. 
Sie will dann lieber spielen und herumtollen. Also geht’s schneller wieder nach Hause.

Die Ruhe,  die stechend frische Luft, das gleichmässige trappeln Letty’s Pfoten
lassen mich herunterfahren. Es wirkt schon fast wie eine Hypnose. Ich versinke
in Gedanken und lasse mich von Letty’s Lauf und Stopp- System führen.
Sie kennt bereits die Wege. Sie biegt ohne Kommando in die nächste Strasse ab.
Sie weiss wo Sie zu Hause ist. Bei mir.

Wir begegnen kaum je einer Menschenseele. Es ist auch meist dunkel. Ich folge
Letty’s LED-Klumpen am Halsband zur nächsten Strassenlampe. Die Beleuchtung
in den Privatstrassen ist eher romantisch als praktisch. Für uns reicht es.
Meine Blicke schweifen an den erhellten Fenstern der Häuser vorbei. Manchmal
bleiben Sie regelrecht daran hängen. Spannend welche Dinge da zu entdecken sind.
Am meisten fällt mir auf, wieviele Häuser ohne Vorhänge, Balken etc. existieren.
Ist das nicht unangenehm? So in einem Glas-Häuschen zu sitzen? Oder präsentieren
sich die Leute eben gerne? Oder bin ich einfach die Einzige, die in diese erhellten
Fenster blickt? hmm… Bücherregale, Fernseh- flimmern, verschiedene farbige
Beleuchtungen, Bilder, Fensterdeko, bis zu vorbei huschenden Menschen-
Gestalten.  Letty interessieren diese Dinge nicht im geringsten. Sie ist inzwischen
mit schnuppern des nächsten Stöckchen am Strassenrand beschäftigt.

Hie und da klappern Fenster-Rolladen herunter, Autotüren werden zugeknallt
oder Kindergeschrei dröhnt aus einem gekippten Fenster. Aber auch der zarte
Duft von frischer Wäsche zieht an uns vorbei. Oh ich liebe es.
Es raschelt, Letty steckt wie immer Ihren Kopf in Gebüsche. Tiefer und noch
tiefer am liebsten. Bis ich nur noch das Stück Leine in der Hand halte und
von meinem Hund nichts mehr sehe. Ich warte. Es zieht. Komische Geräusche
kommen von der Richtung des anderen Ende der Leine. Ein paar Sekunden
und schwups spaziert sie weiter. Viele Fragen gehen mir dann immer durch
den Kopf. Was sie da wohl schmeckt? gefunden hat? ich würde so gerne mehr
von ihr erfahren. Aber sie behält es lieber für sich. Und schweigt wie ein stilles
Grab vor sich hin. Manchmal glaube ich ein verschmitztes Schmunzeln über Ihren süssen Hundemund huschen zu sehen. Bis sie ins nächste Strässchen abbiegt.

Wir sind zu Hause. Letty’s letzter Pipi-Gang wird im Garten vollzogen bis wir
uns ins warme zurückziehen. Zuerst die kalten Pfötchen abwischen. Trabel trabel
und ab auf ihre Kuscheldecke.

Jetzt sitz ich hier und schreibe diesen Text.
Lettys rhythmischer Atemzug begleitet mich, unterbrochen vom klappern
meiner Tastatur. Ich sitze in meinem neuen Büro! Unglaublich oder?
Zum Glück siehst du gerade nicht, wie es hinter diesen Zeilen aussieht.
Ein Chaos ist nur der Vorname. Alle Kisten ausgeräumt und alles was hier
in mein Büro muss, steht jetzt irgendwo rum… Verstauen und Ordnung ins
Zimmerchen bringen ist schon gross auf meiner ToDo Liste. Dick!
Morgen dann vielleicht… oder übermorgen?… mal sehen. 

Bis bald.

Gute Nacht liebe-/r Leser-/in.

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Foehnlocke und Letty. #Update der 4. Monat

Foehnlocke und Letty. #Update der 4. Monat

Ein Blick zum Fenster raus.
Es ist schon Herbst. Wie die Zeit vergeht.
Es ist grau. Nass. Kühl. Windig. Ein Zug donnert vorbei.
Das abgefallene, goldige, schon getrocknete, Herbstlaub raschelt jetzt über den Boden.
Die einzige Möwe, die sich vermutlich verflogen hat, kreischt in die Stille über dem Feld.

Da sind WIR.

Letty und Ich.
Schon bald 4 Monate sind wir zusammen unterwegs. Täglich. Meistens 24h lang.

Uns geht es gut. Ich möchte fast behaupten. Von Tag zu Tag besser. Wir lernen uns kennen.
Letty lernt mich als Menschen, als Herdenführerin kennen. Und ich Letty als Hundewelpen.
Wir lernen jeden Tag so viel voneinander. Das wird mir immer wieder bewusst, wenn ich sehe,
wie wir uns verändern. Wir wachsen zusammen. Letty braucht mich. Und ich liebe Sie, so wie Sie ist.

Letty ist mein erster Welpe. Mein erster wirklicher Hundekontakt. Ich muss gestehen, ich habe zuvor
mein ganzes Leben nie das Bedürfnis nach einem Hund verspürt. Auch als Kind nicht. Ich bin mit Katzen
aufgewachsen. Hunde bin ich meist mit grossem Bogen umgangen. Ich hatte eher Angst, vielleicht nicht
gerade Angst, aber grossen Respekt. Warum? Ich weiss gar nicht. Mir sind keine negativen Erfahrungen
bekannt. Vielleicht einfach nur menschlicher Instinkt? Der mich bewusst vor diesen Tieren fern hielt?
Keine Ahnung.

Als ich den ersten Fuss ins Tiergehege von Letty Züchterin setzte, schlug mein Herz so laut, es rauschte
richtig in meinen Ohren. Das zittern meiner Knie und Hände konnte ich, glaube ich zumindest, gut überspielen.
Klar weiss ich, das Hunde meinen Zustand, meine Gefühle wittern. Als die Rasselbande auf mich zuraste,
hielt ich vermutlich den Atem an. Es waren 4 ausgewachsene Collies. Das Beschnuppern dauerte nur einige
Sekunden, bis sich das Rudel winselnd um uns herum bewegte. Der erste Schritt ist getan. Das waren wahrscheinlich
die intensivsten ersten Sekunden des Hundekontaktes in meinem Leben. Danach ging alles Schritt auf Schritt.
Als ich in der Welpen-Zone stand, war meine Angst verschwunden. Sicherlich sind diese kleinen flauschigen
Wolle Propen süsse kleine Frechdachse. Die können doch keinem was zu Leide thun.

Jetzt nach unserer Eingewöhnungsphase mit einmal Wohnungswechsel sind wir angekommen.
Klein wenig Respekt habe ich aber dennoch vor Letty. Die hat so riesige Zähne! Die Milchzähnchen sind schon alle
raus geflogen. Eine grosse Lady ist sie jetzt schon. Sie wird so langsam Erwachsen meine Kleine.
Auch ruhiger wir sie. Die Wohnung wird nicht mehr in Einzelteile zerlegt, die Kissen nicht mehr zerfetzt, Teppiche
an Ort und Stelle gelassen, die Katze hofft auch auf Akzeptanz und ich kann endlich in Ruhe Zähneputzen ohne
Ihr auf Schritt und Tritt hinterher zu laufen und alles zu retten was zu retten ist. Ich hoffe inständig es geht allen
Welpen- Halter so?! Sagt bitte ja. Ich freue mich natürlich auch auf deine / Eure Geschichten.

In der Hundeschule sind wir auch fleissig. Natürlich nicht die Streber. Aber ich finde wir tummeln uns im Mittelfeld.
Leider muss ich gestehen, dass die Zeit fürs Lernen bei mir schleifen geht. Neben meinem 8.5 Stunden Arbeitstag
bleibt jetzt im Winter nur noch der dunkle Abend zum lernen. Wir geben nicht auf. Wir bleiben dran heisst das Motto.
Es braucht wirklich viel Disziplin, das durchzuziehen. Wir müssen noch so viel lernen. Vor allem die Grundlagen
möchte ich noch ausbauen. Da bleibt noch viel Luft nach oben auf dieser steilen Erfolgsleiter.

Es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Mit dem Füttern klappt es auch… wie sollte es auch nicht bei einem Labi? Hihi
Am liebsten würde die kleine Naschkatze den ganzen Tag auf einem Leckerli herumkauen. Wir sind immer noch unter
den Barfern. Die Rohfütterung klappt bestens. Wir probieren uns durch das grosse Angebot und testen auch viel
neues Gemüse, Obst natürlich sind Innereien auf Lettys Speiseliste ganz oben.

Letty ist jetzt 6 Monate alt und wird so langsam eine richtig grosse Dame. Jeden Tag etwas neues auf dieser grossen Welt zu
entdecken…

Macht’s gut.
Wir melden uns bald wieder.
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