Mein Zuhause #Die Liebe Nachbarschaft

 
Du magst Sie, oder du magst Sie nicht. Oder eben auch: Sie mögen dich – oder eben nicht. Die Lieben Nachbarn. Man kann Sie sich nicht selber aussuchen. Sie sind einfach da, ob man will oder nicht. Ich habe bis Heute bereits einiges mit meinen Nachbaren durchgemacht. Im alleinstehendem Einfamilienhaus, Mietwohnung im Mehrfamilienhaus oder in einer 1-Zimmerwohnung einer Pension überall habe ich Sie kennen gelernt. Aber erst jetzt realisiere ich wie anstrengend so ein Nachbarschafts-
Verhältnis auf Dauer sein kann. Wie erlebst du deine Nachbaren?

Ich bin in einem Einfamilienhaus an einer dicht befahrenen Hauptstrasse aufgewachsen. Unsere Nachbarschaft begrenzte sich dabei auf die gegenüberliegenden Grundstücke von der Strasse. Es war keineswegs schlecht. Wir hatten unsere Ruhe. Abgesehen vom Strassenlärm. Aber dichte Fenster machten
die Situation erträglich. Unsere Nachbarn wurden zu Bekannten und zu Freunden. Wir feierten zusammen Geburtstage, den Nationalfeiertag und haben manche Stunden gemeinsam bei Kaffee und Kuchen verbracht. Dabei wurde über Gott und die Welt philosophiert. Wenn meine Familie in die Ferien verreiste, konnten wir darauf zählen, dass unsere Nachbarn unser Haus im Auge behielten, den Briefkasten leerten, einmal am Tag die Fenster aufmachten, die Pflanzen gossen oder unsere Katze fütterten. Heile Welt oder? Das war vor etwa 10 Jahren. Leider hat sich in zwischen Zeit einiges geändert. Ich bin von zu Hause ausgezogen und meine Eltern haben ein neues Zuhause.

 Ich vermisse diese Zeit des Vertrauens.

Auch meine Erfahrung in Mehrfamilienhäuser haben mich ein wenig Endtäuscht.
Klar bin ich mir bewusst, wenn viele Menschen auf einem Haufen wohnen, sich nicht alle verstehen können aber es wenigstens zu versuchen, wäre doch ein Anfang oder nicht? In den meisten Fällen kannte ich meine Leute von Nebenan höchstens vom Sehen her. Vielleicht ein flüchtiges Hallo, aber das war’s dann auch schon mit der Höflichkeit. In einer “Gross-Stadt“ in der Schweiz ist dies wahrscheinlich der Normalstand. Vielleicht wenn man über Jahre hinweg die selben Leute neben sich hat, lernt man sich kennen. Ist es bei dir so? Ich hatte dieses Vergnügen leider nicht. Aber zum grossen Glück hatte ich auch keine Negativen Erfahrungen.
Streitereien sind dank der “Fehlenden“- Kommunikation auch nicht entstanden.
Ich muss auch dazu sagen, ich habe es höchstens 2 Jahre am Stück in der selben Wohnung ausgehalten, bis ich mir eine neue Bleibe gesucht habe. Aus Langeweile? Oder mein Innerer Drang aus dem Gewohnheits- Trott zu entfliehen. 

Ich liebe es, mich in einer neuen Wohnung einzuleben.

Jedes Schranktürchen, jede Schublade, jede Türe oder neue Ablage zum Ersten mal Benützen, den Geruch nach etwas neuem macht mich überglücklich.
Geht dir wahrscheinlich auch so oder? Auch die neuen Geräte zum ersten mal auszuprobieren, sei es Geschirrspüler, den Backofen oder die Waschmaschine.
Aber auch das erste mal Duschen ist ein Highlight.

Aber jetzt zum ersten Teil, warum ich mich entschieden habe, dieses Thema anzuschneiden. Meine derzeitige Lage ist prekär. Dank des laufenden Baugesuches lebe ich auf einer Baustelle. Mein provisorischer Parkplatz ist eine Schotter- Wiese und statt auf 2 Stockwerken, lebe ich auf einem. Mit Küche, Wohnzimmer und Schlafzimmer. Mehr Platz bietet sich zurzeit leider nicht, da die obere Etage einer angefangenen Baustelle gleicht. Alles überstellt. Im Keller stapeln sich in jeder Ecke Werkzeuge und Baumaterialien. Herrlich oder? Nicht wirklich.
Aber das aller schlimmste ist, neben dem Leben auf der Baustelle, an dieses gewöhne ich mich allmählich nach bald 1 Jahr, ist die Begegnung mit den Nachbarn.

Die ersten Monate im neuen “alten“ Haus waren für mich ein Vergnügen. Ich habe mich von Tag zu Tag mehr eingelebt. Durch meine geliebte Gartenarbeit lernte ich spielend meine neuen Nachbarn kennen. Es wurde herzlich über die Grundstücke geplaudert. Tipps und Tricks ausgetauscht, Helfende Hände angeboten und Gemüse & Blumen vom Eigenanbau ausgetauscht. Links und Rechts lernte ich neue Leute kennen. & ich fühlte mich hier geborgen und Willkommen.

*Lautes Donnergrollen* Heiterer Sonnenschein und Vogelgezwitscher – bis zu dem Tag als die Bauanzeige für die Sanierung meines Hauses veröffentlicht wurde.

Es ist ein schreckliches Gefühlt. Die wütenden, neidischen und gehassten Blicke von Nachbarsgrundstücken, Sie jagen mir bei jeder Begegnung einen unangenehm kühlen Schauer den Rücken herunter. Nicht mal 20 Tage später flattern dann die Einsprachen der ach so “Lieben“ Nachbarschaft bei der Gemeinde ein.
Zur Zeit, das heisst seit letztem Sommer, meide ich es zu meiner Haustüre hinaus zu gehen. Ich gucke immer zu erst, ob auch niemand von denen draussen ist. Um Konfrontationen zu vermeiden? Ja. Und weisst du warum? Weil Sie alle so Thun, als hätten Sie nichts getan!! Ja wirklich! Aus den netten Nachbarschaftlichen Plaudereien ist jetzt ein Kalter- Krieg entstanden. Und das schlimmste an allem. Ich bin ja nur Mieterin. Eigentlich sind Sie alle zusammen ja auf den Bauherren böse & nicht auf mich. Aber ich laufe jeden Tag an Ihnen vorbei und muss die tötenden Blicke ertragen. Hast du das vielleicht auch schon erlebt? Wenn ja wie bist du damit umgegangen? Seit ein paar Wochen wird der Krieg von Anwälten aus gemetzelt.

Foehnlocke.ch Schweiz Blog, Mein Zuhause, Die Liebe Nachbarschaft, IrlandMein wichtigster Tipp zur Funktionierenden Nachbarschaft lautet:
– Nach dem Einzug sich persönlich bei den Nachbarn vorstellen!

Hat bei mir super geklappt. Mit einer kleinen Geste (Flasche Wein unter dem Arm) kann doch keiner so schnell wieder stehen oder?
& wenn deine Vorstellungsrunde gepunktet hat, baut sich das Verhältnis von
alleine auf.

Vielleicht auch noch ein Tipp von dem du profitieren kannst, wenn du, wie ich in einem Objekt wohnst, welches in nächster Zeit umgebaut wird.
Kläre deine Nachbarn vorzeitig über das Bauvorhaben auf.
Gehe mit Bauplänen vorbei und setzte dich mit Ihnen zusammen. An diesem Runden Tisch können die wichtigsten Fragen und Unklarheiten aufgeklärt werden. Und ungewollte Einsprachen verhindern.

Ausser du hast wie ich so liebe Nachbarn, die dir ein heiteres Theater inszenieren um dir später Eiskalt in den Rücken zu fallen!

Naja. Ändern kann man es ja jetzt nicht mehr. Das Verfahren geht weiter und vielleicht wird irgendwann das Durchhalten eines Anwaltes ein Ende setzten.
Ich hoffe für mich ein positives.

Hast du auch so spannende Nachbars- Geschichten auf Lager?
Ich freue mich schon auf die Sommerzeit und das Grillieren in meinem Garten. Wenn ich mein “Poker- Face“ aufsetzten kann und mit meinen Nachbarn das Theater der Fröhlichen Nachbarschafts- Geschichten fortsetzten kann.
Welches Durchhaltevermögen gewinnt wohl? Meines oder wird Sie Ihr schlechtes Gewissen irgendwann mal einholen? Ich lasse mich überraschen.

foehnlocke.ch