Welpenzeit- DIE FAKTEN, wie es wirklich war

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Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Letty im Sommer vergangenen Jahres kurz nach der Geburt, im Garten herumtrampelte, mit Ihren Geschwisterchen herumtollte, wie die kleinen Wolle- Propen mit Ihren kleinen Beinchen herum düsten und sich hinter den grossen Rhabarber-Blätter versteckten, um Schutz vor der brüteten Sommerhitze zu suchen. Ich verliebte mich sofort in Sie.
In alle. Sie waren so süss, knuffig und so ruhige, friedliche Wesen.

Wenn ich das Wort: W E L P E.
Sehe und lese, bildet sich ein Bestimmtes Bild vor meinem Inneren Auge. Bei dir auch?
Nämlich DAS Bild! Eines moppeligen, flauschigen Hündchen mit goldig glänzendem Fell, grossen Ohren, schwarzen Kulleraugen und strahlenden weissen Zähnchen. Das gerade schwanzwedelnd auf mich zu geschwankt kommt. Hach ein Traum.

Dieser Anblick der kleinen hilflosen Geschöpfe, weckte sofort meinen Mutter- und Beschützerinstinkt!
Ich konnte die kleinen auf meinen Beinen in den Schlaf kraulen, am Bäuchlein streicheln und einfach nur zusehen wie sie sanft in Ihre Traumwelten entglitten. Diese süssen kleinen Pfötchen, die nassen Stubsnäschen, das kleine Schwänzchen, alles wirkte so zerbrechlich. Und wenn ich den Garten verliess, tanzte eine ganze Herde kleiner Welpen hinter mir her, bis ich mich am Gartenzaun vorbeigequetscht hatte. Allerliebst.

Es konnten mir aber noch so viele Leute sagen, wie anstrengend diese Zeit werden würde. Diese negativen Attribute blendete ich in dieser Zeit komplett aus und schaltete auf Durchzug. Alles was ich nicht wahrhaben wollte, ging hier rein und da wieder raus. Sobald aber jemand was nützliches, interessantes erzählte, sog ich diese Informationen förmlich in mich auf.

Denn ich war in dieser Zeit sprichwörtlich: Blind vor Liebe!

Ich konnte diese Zeit bis Mitte August kaum erwarten. Ich zählte die Tage und nutzte jede noch so kleine Gelegenheit um bei Letty vorbei zu schauen. Sie zu sehen und einfach bei Ihr zu sein. Zum Glück hatte Ihre Züchterin ein grosses Verständnis dafür. Denn ich merkte schon bald, wie sich unsere Verbindung stärkte und Sie sich schon sichtlich wohl fühlte bei mir. Was es nicht wirklich leichter machte, Sie jedes mal zurück zu lassen.

Bis es am Samstag, dem 12. August endlich so weit war. Die Übergabe ging zügig und wir flitzen schnell mit Letty nach Hause. In UNSER zu Hause.

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DIE REALITÄT 

Ab diesen Zeitpunkt änderte sich meine glitzernde Sichtweise von einer rosaroten- Welpen Brille von Stunde zu Stunde und Tag zu Tag… Es war das mit Abstand wunderschönste Erlebnis meines bisherigen Lebens, welches ich sicherlich nie mehr vergessen werde. Es hat mich verändert. Ich bin jeden Tag an neuen Herausforderungen gewachsen, zwischen Verzweiflung, Rückschlägen und Erfolgserlebnissen hin und her gerissen worden. In dieser Zeit habe ich eine ziemliche Achterbahn der Gefühle durchlebt. Wo Lachen und Weinen noch nie so nahe beisammen waren. Diese Aufgabe: ein Welpe zu erziehen, war bis jetzt nach meiner Ausbildung, auch ein richtiger Alptraum! Irgendwie fühle ich mich wie ein neuer Mensch.

Ich ging bei dieser Aufgabe weit über meine Erfahrungs- und Gefühlsgrenzen hinaus. Aber ein Aufgeben hätte es für mich nicht gegeben. Denn trotz all den Schwierigkeiten, schien mal wieder die Sonne und Letty schenkte mir in dieser kurzen Zeit, in der wir uns kannten so viel Liebe, die mich richtig überflutete, anfeuerte und wieder neue Kraft gab, um weiter zu machen. Es war nicht einfach. Gar nicht. Aber ich glaube sagen zu können: Wir sind über den Berg. Letty ist jetzt eine Teenagerin. Gesund, kräftig und Putzmunter.

Was ich mit diesem Beitrag sagen will. Es ist mein Gott nicht einfach!

Überlege es dir wirklich zweimal, bevor du dir einen Welpen anschaffst. Du musst dir im klaren sein, dass es keine leichte Aufgabe werden wird. Und ganz und gar nicht immer zum Lachen. Ich sass einige male Tränenüberströmt in einer Ecke, Letty strampelte vor mir herum und wollte spielen und ich hatte einfach keine Kraft mehr. Ich konnte einige Wochen lang keine Nacht mehr durchschlafen, morgens ging es wieder zur Arbeit und Abends forderte Letty mich wieder. Ausruhen = Fehlanzeige!
Die ersten Wochen waren wirklich die Hölle auf Erden. Stress bei der Arbeit und Stress zu Hause. Irgendwann konnte ich einfach nicht mehr. Ich lag Nachts im Bett und fragte mich: Soll ich Sie wieder zurück geben? Ich schaffe das nicht mehr. Ich kann nicht mehr.
Irgendwann war ich so weit, dass ich auf der Stelle im Tiefschlaf versank, sobald Letty sich nur hinlegte.
Egal welche Uhrzeit es gerade war. Vor allem am Wochenende. Da schlief ich Stundenlang am Stück. Ich nutze jede noch so kleine Möglichkeit, für ein paar Minuten meine Augen zu schliessen. Und es war herrlich. Zwar litten bestimmt meine Arbeit und dementsprechend auch die Haushalts-Arbeiten darunter. Es braucht wirklich einen kuranten Chef und eine verständnisvolle Beziehung zum Partner, wenn man sich auf so ein Welpen-Projekt einlässt. Glücklicherweise habe ich beides. Danke<3

Meine Tipps für dich:

Triff dich bei der Züchterin im Voraus und taste dich langsam an deinen zukünftigen Begleiter ran.
So kannst du schon einmal deine ersten Eindrücke sammeln und lernst Temperament und Verhalten schon mal kennen. Dann wirst du nicht gleich überrannt, wenn der Welpe bei dir Zuhause die Bude auseinander nimmt.


Kläre auch die Fronten auf deiner Arbeitsstelle. Kann der Welpe mit? Oder wer schaut zu Ihm, wenn du auf Arbeit bist? Deine Arbeit wird sichtlich darunter leiden, denn der Welpe interessiert es nicht, ob du jetzt arbeiten musst oder nicht. Er will spielen und beschäftigt werden. Von andauernden Pinkel-Pausen kann ich dir ein Liedchen singen.


Hast du Unterstützung in deinem Privaten Umfeld? Ehepartner, Freund-/in, Eltern, Nachbar? Irgendjemand der dir vielleicht für 1-2 Stunden Luft verschafft, damit du deinen anderen Pflichten nachgehen kannst? Oder auch einfach nur gut zuredet und eine starke Schulter anbieten kann.
Ich hebe den Hut, vor all denjenigen, die diese Aufgabe ganz alleine schaffen! Respekt Leute!


Mach deine Wohnung Hunde-Sicher. Besorge dir Gitter um Türen / Räume abzutrennen, wo der Welpe nicht hin darf. Bringe alle losen Deko Gegenstände vom Boden bis auf Höhe 1 Meter in Sicherheit. Möbelstücke die nicht kaputt gehen sollten, auch besser weg stellen. Ah! Und ganz wichtig – Teppiche, Teppiche welche dir am Herzen liegen, tu Sie bitte weg! Am besten in Räume wo der Welpe nicht hin darf. Der bietet nämlich der perfekte “Pipi“-Platz, wenn’s mal schnell gehen muss.


Beobachte in Voraus schon mal dein Umfeld, Nachbarschaft, Dorf und mach die Augen auf, wenn du mal Spazieren gehst: Was sind für Leute unterwegs, welche Hunde, wo sind viele Hunde unterwegs, wo sind die beliebtesten Hundeplätze, Gassi-Wege, wo sind eher die Hundehasser, wo springen und bellen dich Hunde durch Gartenzäune an, wo liegen viele Essensresten rum, wo sind Kinder unterwegs, wo darfst du mit deinem Hund vielleicht gar nicht durchlaufen, oder wo ist Leinenpflicht zwingend?


Hör dich bei Hundebesitzern rum, wo gefährliche Strassen, Wege oder auch stark betroffene Zecken-Wälder / Wiesen sind.


Aber eines sage ich dir: Es lohnt sich durchzubeissen. Denn sobald man sich zusammen eingelebt hat und die Welpen zu jungen Teenagern werden, ist die Durchgemachte Zeit schon wieder fast verblasst.
Denn jetzt kann’s nur noch aufwärts gehen oder, Letty?

Hast du auch schon eigene Erfahrungen mit deinem Welpen gemacht?
Ich bin gespannt wie es dir ergangen ist 🙂

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10 comments / Add your comment below

  1. Ich musste bei deinem Beitrag mehrmals schmunzeln. Hat mich das ganze doch schwer an die Vorfreude und die Anfangszeit mit meinem kleinen Baby erinnert. Jetzt ist sie auch erst 5 Monate und lange noch kein Teenager, aber mittlerweile sind wir ein eingegroovtes Team. Und nein: Es ist bei Gott nicht einfach – ob Welpe oder Menschenbaby – eine Lebensaufgabe, die anstrengend aber wunderschön ist!
    LG Ina

    1. Auf so eine Antwort, wie deine habe ich irgendwie gehofft 🙂
      Vielen Dank dafür.
      Ich in dieser Zeit immer wieder zu mir gesagt:
      Irgendwann bin ich froh sicher froh, habe ich diese Erfahrung schon mit dem Hund hinter mich gebracht,
      dann werde ich bei einem eigenen Baby vielleicht nicht mehr so erschrecken! OK, das Zähne-verlieren wird
      bei meinem Baby wahrscheinlich etwas schwieriger als bei Letty 😛
      Ich lass mich mal überraschen.

  2. Oh, das hört sich an, wie das PLÖTZLICHE Mutter-Dasein! Man wusste vorher nicht, was auf einen zukommt – was für ein Glück! Also unseren Nachbarn scheint Hundeerziehung nicht so starkt zu interessieren, wie dich! Dafür hätte er sicherlich gar keine Zeit 😉
    Schön, dass du es „durchgezogen“ hast! Dafür hast du jetzt einen treuen Begleiter für’s Leben 🙂
    Viele Grüße, Izabella

    1. Hey Iza
      Ja ich bin froh, habe ich diese Zeit endlich hinter mir. *phuuu
      Bei Letty ging es ja richtig zackig. Heute nach 7 Monaten ist Sie ja schon im gefühlten 18 Lebensjahr eines Menschen.
      Wenn’s mal eigene Kinder bei mir gibt, wird diese Zeit eeeeetwas länger gehen 😛

  3. Ich weiß noch, wie unser Hund ein Welpe war… 9 Jahre ist das her!
    Zum Glück hat er bis auf 1x etwas kaputt gemacht. Leider war das eine geliebte Ostheimer Holzfigur. Aber die kann man ersetzen.
    Hennes war schnell stubenrein und hat sich schnell an sein neues Zuhause gewöhnt. Die Nächte waren max. 2 Wochen lang dank ihm kurz..
    Ich kann mir nicht mehr vorstellen wie es ohne ihn war..
    VG Martina

    1. 2 Wochen bis Stubenrein? WOUW 🙂 Da hätte sich Letty wirklich eine gute Scheibe abschneiden können^^
      Aber trotz alldem, könnte ich mir auch kein Dasein ohne sie mehr vorstellen.
      Viele Grüsse Andy

  4. Hehe ich stimme dir total zu. Es ist super anstregend. Aber im Endeffekt ist die Welpenzeit doch eine ganz wunderbare Zeit, die viel zu schnell vorbei geht. ;P
    Liebe Grüße
    Alina & die Aussiemädels

    1. Hey Alina
      Auf Jedenfall… vor allem wird sie bestimmt unvergesslich bleiben^^
      Was man da alles durchgemacht hat. Meine Güte, muss ich gleich wieder anfangen zu grisen 🙂
      Liebe Grüsse an dich und deine Lieben zurück.

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