Weltenbummlerin #1. Camping auf 4 Räder

 

Hättest du mich vor 2 Jahre gefragt: Kommst du mit mir zum Campen? An einen klaren blauen Bergsee, in einem ruhigen verwunschenen Wald, wo die Vögel zwitschern, die Bergluft durch die Äste bläst, und die Hasen uns Gute Nacht sagen – wäre meine Antwort ohne Nachzudenken ein grosses NEIN gewesen. Du hättest deine Frage vermutlich nicht einmal fertig stellen können. Sobald ich das Wort “Campen“ nur schon hörte, war das Gespräch zu diesem Zeitpunkt für mich beendet gewesen. Bist du ein eingefleischter Camper mit Herz und Blut?

Ich gebe es zu. In ein 2- Mann Zelt mit Schlafsack würde mich auch Heute noch keiner bringen. Meine Abneigung zum “Schlafen auf dem Boden“ und die schreckliche Vorstellung meine Kleider auf einen Haufen zu legen wo sich am nächsten Morgen Ameisen und Käfer tummeln, stellt mir die Haare zu Berge.
Auch habe ich die schreckliche Wahnvorstellung: von einem Mörder, der durch die Wälder schleicht und ahnungslose Teenager in Ihren Zelten umbringt, den Horrorfilmen in meiner Kindheit zu verdanken.
Aber am meisten belastet mich ich der Gedanke daran, neben Insekten aller Art einzuschlafen und am nächsten Morgen in der kühlen Feuchten Luft aufzuwachen.
Abgesehen davon auf jegliche Körper- Hygiene zu verzichten! Ein graus.

Aber Hey im letzten Februar hatte meine “Niemals Campen“ Einstellung eine drastische Wendung genommen. Denn mein Freund und ich haben uns in einen
VW Camping Bus verliebt. & Ich sage dir: “Campen auf 4 Rädern“ ist das schönste Gefühlt von Freiheit das ich je verspürt habe.

Campen – das pure Gefühl von Freiheit und Leben.

Ich hätte es niemals in meinem Leben gedacht, dass ich JEMALS auch nur daran denken würde auf einem Campingplatz zu übernachten. Aber jetzt kann ich mir keine anderen Ferien mehr vorstellen. Denn unser VW Büssli ist sozusagen mein
2. Zuhause. Nur eben auf 4 Räder. Aber ich liebe Ihn. Und würde Ihn auch nie mehr hergeben wollen. Denn das Erlebnis der letzten Ferien in unserem Bus hat mich verändert. Und wenn du es noch nie getan hast – TU es ! Fühle es !

Einmal Süd- Schweden Hin und Zurück
Das erste typische Problem einer Frau: Was packe ich für meine Ferien? Wie viele Klamotten nehme ich mit? Eindeutig habe ich mich deutlich überschätzt und 10 x Zuviel eingepackt. Aber zum Glück hat ein Bus auch sein Limit an Gepäcksvolumen. Sonst hätte ich noch 2 Koffer mehr eingepackt. Mein zweites Problem: Wie viel Essen packe ich ein? Unser Ziel war es, das meiste an Nahrungsmittel von hier mit zunehmen. Also habe ich einen Einkaufswagen voll in eine grosse Plastik- Box gepackt. Denn meine Devise ist: Essen kann man nie genug dabei haben.
Natürlich habe ich nichts verderbliches eingepackt. Nur eben so viel wie in unsere Kühlbox gepasst hat. Denn Stundenlanges Bus fahren ist anstrengend! Und wenn ich nicht essen kann werde ich unausstehlich. Um meinen Freund vor dieser Gefahr zu bewahren habe ich auch genügend Fingerfood eingepackt um meine Sucht während der Fahrzeit zu stillen. Weil unsere geplante Route in einem engen Zeitrahmen durchgeführt werden musste – haben wir jeden unnötigen Stopp an einer Tankstelle vermieden. Pinkelpausen und Tanken ausgeschlossen.

Seit der Reise nach Schweden habe ich das Autofahren für mich entdeckt.
Zuvor bin ich wirklich nur gefahren, wenn es sein musste. Jetzt möchte in jeder freien Minute nur noch fahren. Wenn ich in unserem Bus sitze fühle ich mich grossartig – unaufhaltbar – kein Weg ist mir zu weit. Schweden ich komme.

Einmal quer durch Deutschland ging es von der Schweiz nach Dänemark.
1 x Übernachten in Deutschland. 1 x Übernachten in Kopenhagen und schon waren wir in Schweden. Meine ersten beiden nächsten in einem Bus auf dem Camping habe ich somit schon hinter mich gebracht und zum Guten Glück = überlebt !
Unser VW Bus hat ein ausfahrbares Dach Zelt mit einer gemütlichen Schlafwiese.
Rückenschmerzen hatte ich dennoch. Es war halt einfach nicht mein kuscheliges Bett von zu Hause. Sondern eine etwa 20 cm dicke Schlafauflage auf einem Lattenrost. Aber immerhin besser weder auf dem nackten Gras Boden oder?
Kochen in einem Bus ist auch gewöhnungsbedürftig. Abgesehen von den beengten Räumlichkeiten ist mit Gas zu kochen eine neue Technik für mich. Aber ansonsten habe ich nichts negatives feststellen können. Es war trocken, kein Dreck, keine Insekten. Eigentlich wie zu Hause nur eben etwas viel kleiner und enger.
Auch auf meine Körperpflege musste ich nicht verzichten. Klar ich schlürfte nicht in Unterwäsche zur Sanitäranlage, aber es war alles da. Grosse Duschen, Umkleideräume, Lavabos, Spiegel, Haar Föhn. Meine stille Befürchtung für die nächsten 10 Tage zu muffeln, war also wortwörtlich – weggewaschen.

Frisch geduscht ging es später über die Öresund- Brücke nach Malmö. Die Brücke ist riesig. Und ich bin darüber gefahren! Wahrscheinlich einer der langsamsten Fahrzeuge auf der Brücke aber ich habe die Aussicht genossen.
In Malmö selber haben wir uns dann mehrfach Verfahren. Entweder war unser Navi etwas verwirrt oder ich habe immer die falsche Autobahnausfahrt genommen.
Ich Tippe aufs Navi!
 Aber nach 8 mal im Kreis fahren haben wir dann die richtige Spur Richtung Süden gefunden und ich bin gefahren und gefahren und gefahren.

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Immer Richtung Trelleborg. Dann ganz unten im Süden immer an der Strasse an der Küste entlang… In Ystad dann wieder ein kurzes Verfahr Manöver. Die ersten Schweizer sind uns auch schon begegnet. Winke Winke*. Einmal kurz ausgestiegen haben wir zum ersten mal Schwedische Meeresluft geschnuppert. Die ersten Fotos geschossen und dann ging die 1. Campingplatz Suche los. In Schweden gilt ja das Jedermanns-Recht. Man darf überall Campen, auch auf Privatgrundstücken, wenn man dabei niemanden stört, die Abstände einhält und den Platz wieder so verlässt, wie man in vorgefunden hat. Aber so weit waren wir noch nicht. Wir haben uns einen Campingplatz gesucht, der nicht gerade überfüllt von Touristen war.
Käseberga, an Sandhammaren vorbei Richtung Simrishamn.

Unsere erste Übernachtung auf Schwedischem Boden auf diesem Camping:
http://tobisvikscamping.se/

Der Campingplatz befindet sich direkt am Meer, Meeresrauschen und Möwen Gesang inklusive. Mit sauberen Sanitäranlagen, Kochmöglichkeit und einem kleinen Shop. Der Camping grenzt ebenfalls an einen Wald. Ein Rund um Packet würde ich dazu sagen. Uns hat es gefallen – wir kommen gerne wieder.

Danach ging es der Ostküste entlang Richtung Norden. Wo wir als nächstes gelandet sind erfährst du in meinem nächsten Beitrag über meine Campings- Reise durch Südschweden.

Seit Juli 2016 dem Schwedenfieber verfallen.

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Zur Zeit planen wir schon unsere diesjährige Rundreise mit unserem Camper durch das schöne Nachbarsland Österreich. Ich möchte schöne Städte sehen, über Berg Pässe fahren, an Stauseen vorbei  über weite Felder Biken und in den Bergen campen. Meine Vorstellungen gehen schon mit mir durch. Ich mache mich jetzt ans planen und melde mich wieder mit meinem Reiseprogramm.

Bist du auch ein Camper Fan? Oder warst du schon im schönen Skandinavien unterwegs? Aber auch Ideen und Vorschläge für unsere Reise nach Österreich nehme ich helfend entgegen. Habt’s schön!

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