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Mein Hund der Leinenpöpler

Leinenpöpler. Jeder kennt Sie. Die Begegnung mit einem anderen Mensch- Hund- Team kann entweder höflich oder eben traumatisierend enden.
Zu welcher Gruppe zählst du?


Der klassiche Leinenpöpler

Stell dir vor: du spazierst mit deinem Hund gemütlich einen Feldweg entlang. Vielleicht hast du deinen Vierbeiner an der Leine, oder an einer Schleppleine oder er läuft frei dem Wege entlang. Die Vögel zwitschern und alles ist in bester Ordnung.
Bis dieser fremde Hund mit seinem Halter im Schlepptau wie aus dem Nicht’s auftauchen und geradewegs auf dich zukommen.
Okey keine Panik denkst du dir jetzt. Hund zurückrufen, an deiner Seite halten, an lockerer Leine weiterlaufen.
Natürlich wäre das schön, wenn der auf dich zukommende Hund nicht anfangen würde zu bellen. Aber nein, das reicht ja noch nicht, er muss auch noch so richtig in die Leine steigen, auf seinen Hinterpfoten stehend, so gross wie sein Halter steht er jetzt ein paar Meter von dir und deinem Hund entfernt und bellt wie ein gestörter.
Was nun?

Unsere Geschichte

Warum ich diesen Beitrag veröffentliche: Vielleicht bin ich ja nicht die Einzige. Aber Letty ist genau dieser Hund. Nein, du denkst jetzt vielleicht, dieser welcher an lockerer Leine neben seinem Frauchen her stolziert und ihr dabei noch schwänzelt fröhlich in die Augen schaut?
Falsch gedacht, Letty ist die perfekte Leinenpöplerin. Jawohl. Ich stehe dazu.

Jede Hundebegegnung ist für uns eine neue Herausforderung.

Leider. Die Situation ist für mich, wie auch für Letty eine Belastung und auf keinen Fall witzig. Aber mir tun auch ganz ehrlich, die Frauchens und Herrchens leid, welche uns mit ihren Hunden begegnen müssen.

Hier eine öffentliche und ehrliche Entschuldigung an all die Mensch- Hund- Teams da draussen, welche uns über den Weg laufen müssen, wenn Letty sich wie eine Leinenpöplerin verhält.

In einigen wenigen Fällen bekomme ich ja auch mit, was bei der kreuzenden Partei abläuft. Ich will mich hiermit auf keinen Fall in Schutz nehmen. Nein! Aber eines fällt mir bei diesen Situationen auf:


Ich bin mir meines Problems bewusst!


Ablenkung mit dem Spielzeug!

Einmal Leinenpöpler – Immer Leinenpöpler?

Nein. Aber dafür musst du dich einsetzen:

1.
DU als Hundehalter-/in musst das Problem erkennen!

2.
Das Problem akzeptieren.

3.
Herausfinden WARUM deine Fellnase herumpöpelt.

4.
Richtig Handeln.

5.
Problem bewältigen und lösen.

Einfacher gesagt, als getan! Nicht wahr?
Ich habe das Problem bei Letty entdeckt, während Sie trächtig war. Wahrscheinlich zeigte sich dieses Verhalten schon vorher, aber wärend ihrer Trächtigkeit wurde es wirklich zum Problem! Es war kaum mehr möglich andere Hunde an der Leine zu kreuzen. Dieses Benehmen hat sich wieder ein wenig gelegt, aber wir kämpfen immer noch mit einigen Symptomen dieser Zwischenfälle.

Ist dein Hund auch ein Leinenpöpler? Hast du das Problem schon erkannt?

“Leckerli Suche“ damit das fixieren unterbrochen werden kann!

Akzeptieren und Handeln !

Wir kämpfen jetzt schon ein halbes Jahr mit dieser Schwierigkeit. Ich habe es inzwischen eingesehen, dass es keinen Sinn macht, Letty dafür böse zu sein. Sondern das Problem zu lösen, nämlich als Team, dass ist jetzt unsere Aufgaben!

Warum verhält sich mein Hund wie ein Zombie?

Diese Frage ist individuell zu beantworten und kann von Tier zu Tier verschieden sein. Jeder Hund hat seinen Grund, warum er sich so verhält. Und das gilt es als Hundehalter-/in herauszufinden!

Bei Letty hat sich irgendwann gezeigt, dass Sie einfach unsicher ist. Vielleicht kommt auch noch ihre persönliche Individualdistanz dazu, welche Alarm schlägt, sobald ein Artgenosse auf Sie zukommt.

Weil:

1.
Sie weiss nicht wie sie reagieren soll. Die Situation verunsichert sie total.
Sie hat das Gefühlt, sie müsse jetzt die brenzlige Situation selber einschätzen und in die Hände nehmen. “Also fange ich mal an zu bellen, damit der andere vielleicht Angst bekommt und umkehrt!“

2.
Ihr privater individual Abstand zum Gegenüber scheint in Gefahr zu sein.
Sie fühlt sich in die Ecke gedrängt und glaub nicht mehr ausweichen zu können, da sie auch noch angeleint ist, macht es das Ganze nochmals viel heikler. “Ich kann mich nicht frei bewegen, ich brauch mehr Abstand!“

Es gibt viele Gründe, warum Hunde sich wie schreckliche Zombies an der Leine benehmen. Letty’s Beispiele sind nur wenige davon. Probiere herauszufinden, warum deine Fellnase so durchdreht an der Leine.

Ist es aus Angst? Aus Aggression? aus Unsicherheit? pure Selbstüberschätzung?

zur Ablenkung eine “Guck / Schau“ – Übung machen.

Handeln aber wie?

Unser Ziel ist es ja, einem Mensch- Hund- Team, welches uns kreuzen will, ohne Stress für Mensch und Hund zu bewältigen. Wie können wir nun unseren Fellnasen helfen, damit sich diese bei uns an der Leine wohlfühlen? Sie nicht mehr das Gefühl haben müssen, dass diese Szene normal ist und für immer so weiter gemacht werden muss!

1.
Kennst du deinen Hund gut? Dann kannst du selber probieren, bei jeder Begegnung etwas zu ändern, in kleinen Schritten. Damit du irgendwann herausfindest, wenn du Dies oder Das änderst, geht es meinem Hund und mir besser. Dann heisst es nur noch üben, üben und nochmals üben.

2.
Oder du lässt dich von einem Hundecoach oder Hundetrainer beraten.

Wir haben uns für Nummer 2 entschieden. Ich war in dieser Situation regelrecht überfordert und konnte überhaupt nicht mehr durchblicken.
Vor lauter Wut auf mich und Letty, habe ich keine Zeit mehr gehabt, überhaupt darüber nachzudenken, WAS jetzt gerade falsch gelaufen ist.
Ich war einfach nur froh, wenn die Situation überstanden war und ich weiterlaufen konnte…

Erst durch die Hilfe einer Drittperson, habe ich herausgefunden wo Letty’s Problem liegt. Ich kann mich jetzt durch Ihre Ratschläge bei jedem Kreuzungsmanöver auf ihre Tipps verlassen und Letty und mir damit helfen.

Zur Belohnung wird dann auch gespielt! yey!

Wie wir das Problem heute lösen?

1.
Vorausschauend sein!
D.H wenn ich jemand mit Hund entdecke, welche in unsere Richtung kommen, warte ich ab, bis Letty den entgegenkommende Hund ebenfalls sieht. Dann soll sich Letty auf mich konzentrieren.

2.
Individualdistanz berücksichtigen
Letty läuft nicht gerne frontal oder zu nahe an fremden Hunden an der Leine vorbei.
Also schaue ich ihre Distanz zu berücksichtigen, in dem ich ihr die Möglichkeit anbiete in eine Seitengasse, Hauseingang, Nebenstrasse, hinter ein Auto / Busch / Baum zu gehen oder einfach umzukehren, damit Sie sich wohl fühlt. Diese Geste ist nebenbei bemerkt sehr höflich und hat gar nicht’s mit “aus dem Weg gehen“ zu tun. (Gewusst: Hunde, die nicht angeleint sind, also sich frei bewegen können, welche einander begegnen, tun dies ebenso. Meist laufen sie im Bogen um den anderen Hund herum, zum Zeigen: ich tu dir nichts!)

3.
Konzentration! – fixieren unterbrechen
Ganz wichtig, dein Hund soll sich auf dich konzentrieren können. Sich von dir führen lassen und beschützt fühlen. Er soll nicht denken, er müsse die Sache selber regeln!
Nimm dein Hund zur Seite oder probiere während dem Laufen deinen Hund so abzulenken, damit du interessanter bist, als das kreuzende Gegenüber! Mach dazu einfach eine Übung draus:
– Lass ihn dich anschauen, mit dem Kommando “Guck / Schau“.
Danach natürlich eine freudige Belohnung nicht vergessen!
– Oder spielt dein Hund gerne? Lenk ihn mit einem Spielzeug in der Hand ab, während ihr das Gegenüber kreuzt, danach kannst du ihn direkt mit einem Spiel belohnen.
– ‚‚Leckerli Übung“ du kannst während dem Laufen ein Leckerchen ums andere etwas vor deinem Hund auf den Boden werfen, damit er es suchen muss, statt den anderen Hund zu fixieren. Oder werfe es ins Gras, damit er dort suchen muss. Ablenkung und Belohnung in einem!

4.
Schutz bieten!
Gib deinem Hund Sicherheit, in dem DU dich zwischen das kreuzende Team stellst. D.H nimm deinem Hund auf die linke Seite, wenn der entgegenkommende Hund ebenfalls links seines Halters geführt wird. Merke: Nie Hund – Hund kreuzen lassen! Fremde Hunde an der Leine zusammen lassen ist ein Tabu und kann zu Aggressionen führen, welche schlimme Folgen haben können!

So klappt das Spazieren an lockerer Leine!

Tschüss Leinenpöpler!

Natürlich wollen wir es alle: Leinenpöpler- frei zu sein 🙂
Aber dazu braucht es viel Einsatz von deiner Fellnase aber auch von dir.
Sobald der Wille da ist, dieses Problem zu lösen, klappt es auch! Aber Übung muss eben sein. Und diese vielleicht auch, wenn ihr keinen Hund kreuzt, sondern einfach nur um die Sicherheit zu bekommen, dass wenn ihr es einsetzten müsst, im Notfall auch klappt! Also los! Üben Üben Üben!

Vor jeder Hundebegegnung Angst zu haben ist ja auch keine Lösung, oder?


Liebe Grüsse und viel Spass beim Üben!

Eure,

Foehnlocke, Föhnlocke, Schweizer Hundeblog, Hundeblog, Dogblog, Swissblog, Blogger ch,


4 thoughts on “Mein Hund der Leinenpöpler

  1. Ohje du sagst es! ._.

    Ich habe auch Zwei von dieser Variante, aber überwiegend verhalten sie sich so extrem, wenn sie zusammen sind. Die Dame kann andere im Alleinspaziergang gekonnt ignorieren und ist ein Vorzeigehund, während ich den Schäferhund in seiner Rage nicht mehr halten kann, wenn er mit voller Wucht in der Leine steht. Das gleicht wie die Übungen in der Schutzhundausbildung bei der Polizei. Die Leute haben richtig Angst. Aber gleichzeitig ist es nicht nur das Bellen, sondern jaulen und fiepen, weil der Arme Hund ja eigentlich nur spielen will und es nicht abwarten kann zum Hund zu kommen. Keine Ahnung mehr, wann genau das angefangen hat, aber leider kann ich hier auf dem Feldweg nicht groß einen anderen Weg nehmen… es geht bei 200m schon los der Zirkus… Wir sind jetzt auch dabei das zu üben. Auch die Leinenführigkeit allgemein, weil er doch dazu neigt immer zu ziehen und voraus zu rennen, weil er permanent krampfhaft alles schnüffeln muss. Alleine klappt das manchmal auch ganz gut. Aber an einen Hundetrainer haben wir auch schonmal gedacht. Weil, wenn er einen anderen Hund einmal gesehen hat, ist schon alles verloren, da geht gar nix mehr für Aufmerksamkeit. Nicht mal die fehlende Luft gibt zu denken… Schritt 4 finde ich auch schwer, weil der Hund hin und herspringt und sich mit den Pfoten, an meinen Beinen abstützt zum springen… an einer Seite behalten ist sehr schwierig, ohne nicht ständig auf die Pfoten zu treten, wegen der schiefen Haltung… ach mensch! Alles so kompliziert, oder? 😀

    Habt ein schönes Wochenende und liebe Grüße 🙂

    1. Liebe Tatj
      Ich bin ja so froh nicht die einzige zu sein *phu.
      Aber deine Beschreibung klingt schon echt lustig x) Kann mir das grad bildlich vorstellen.
      So einem Schäfter wie deinem, würde ich wahrscheinlich nicht mal standhalten können! Habe manchmal bei Letty schon Mühe,
      wenn Sie ihr ganzes Gewicht einsetzt! Aber wir probieren, das Problem zu lösen, ich denke da sind wir schon manch anderen
      einen Schritt voraus! Weiter so! Egal wie, hauptsache es klappt!
      Liebe Grüsse und eine schöne Woche 🙂

  2. Bei uns klappen alle guten Ratschläge nicht. Wenn er (Zwerkpincher 4 Jahre) einen Hund von weitem sieht geht das geziehe los. Kommt er näher wird gebellt wie verrückt. Eigenartigerweise gibt es Hunde, auch Menschen, da passiert nichts, aber das ist selten.
    Ablenken ist ein Unding. Er ist so fixiert, daß er nichts anderes sieht und hört.
    Alleine auf weiter Flur kommt er problemlos zurück. Er hällt ständig Blickkontakt. Aber wehe es kommt ein Hund von weitem.
    Ein Training mit anderen Hunden war nicht möglich, da er sofort mit dem Gebell anfing. Die Trainerin hat es aufgegeben. Wir suchen jetzt einen Indivitual Trainer.

    1. Lieber Peter
      Das klingt ja wirklich nach einem hartem Kern, von deinem Zwergpinscher.
      Ich möchte dir grad so gerne helfen. Schade kann ich dir nur schriftlich Auskunft geben.
      Wir lernen diese Begegnungen immer wieder in der Hundeschule und da gäbe es noch einige Tipps, welche manchmal helfen.
      Es kommt natürlich wie immer auf den Hund selber an. Da gibt es leider kein Geheimrezept.
      Aber was ich dir vielleicht noch mit auf den Weg geben möchte: Wie lange ist deine Fellnase schon bei dir?
      Ich gehe davon aus, du kennst inzwischen seine Reaktionen und seine Körpersprache. Dein Ziel sollte folgendes sein: Deinen Hund abholen, bevor er überhaupt Anfangen kann zu bellen bzw. den anderen Hund zu fixieren.
      Dazu musst du vorausschauend sein. Gucke, dass du den anderen Hund zuerst siehst, dann wenn du merkst, dass dein Hund den anderen ebenfalls entdeckt hat, SOFORT handeln. Probiere aus, was ihm hilft.
      Vielleicht mit Leckerchen ablenken, oder einen anderen Weg einschlagen, oder ganz einfach umkehren… egal was. DU solltest schauen, dass dein Hund gar nicht mehr dazu kommen kann, anfangen zu bellen.
      Er soll merken: Ah, wenn ein anderer HUnd kommt, hilft mir mein Herrchen. Du kannst ihm in dieser Lage helfen, nicht er soll sich selber helfen…
      Mit Letty mache ich das viel so, dass ich dem Konflikt erst gar nicht eine Chance gebe und kehre direkt um… So ist Letty ruhiger und ich habe keinen bellenden Hund an der Leine.
      Dann kannst du versuchen immer weitere Schritte zu machen. Aber der Anfang sollte sein: Deinem Hund zu helfen und nicht ihn selber handeln zu lassen.
      Natürlich gibt es schlechte Tage, wir sind alle keine Maschinen. Aber dieser Stress muss nicht sein.
      Bin gespannt wie es bei dir weiter geht. Gerne kannst du mir auch eine E-Mail schicken, wenn du mehr wissen möchtest 🙂
      Liebe Grüsse Foehnlocke

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