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Zweithund – eine gute Idee?

Der Trend zum Zweithund in den Sozialenmedien ist ja kaum zu übersehen. Als nur “Einhunde-Halter“ ist man heutzutage schon fast ein Aussenseiter in der Hündeler-Szene.

Muss ich mich dem Trend anschliessen?

Ganz klar nein. Ich kenne in meinem Umfeld viele Hundehalter-/innen mit nur EINEM Hund. Und irgendwie wirklichen Die auch völlig normal oder? Ich finde ich werde bei allen Hundehaltern mit Letty akzeptiert 🙂 Auch wenn wir meist nur als zweier-Rudel die Welt unsicher machen. Unglücklich sind wir deswegen überhaupt nicht. Letty und ich können uns zu zweit ohne Probleme unterhalten. Im Hundetraining, Joggen, Fotos knipsen, wandern oder auch einfach nur bei einem gemütlichen Spaziergang durch den frischen Wald. Langweilig wird uns da selten.
Und wenn wir es doch mal satthaben, bei windigem Regenwetter alleine am Fluss laufen zu gehen, schreiben wir schnell Frauchen von Letty’s Schwester an und schon sind wir zu viert unterwegs. Also fehlt da ja eigentlich nichts. Oder doch?

Warum überhaupt das Thema Zweithund?

Tja… eigentlich eine gute Frage was? Aber ich denke, dass viele Leser hier schon erahnen können warum 😛 Aber eigentlich habe ich schon im vergangenen letzten Jahr mit dem Gedanken herumgespielt, für Letty eine Spielkameradin, eine hündische Freundin zu uns ins Rudel zu holen. Natürlich habe ich mich innerlich gegen diese “wahnsinnige“ Idee gesträubt. Mein Gehirnkarussell kam ins Schleudern und suchte unausweichlich Argumente gegen diesen Plan. Spinnst du eigentlich!

Ganz tief in mir drin, weiss ich wie bescheuert diese Idee eigentlich ist!

Ich weiss noch zu gut, wie es war, wie Letty als kleines Wollknäuel bei uns eingezogen ist. Wie ich vor Stress, Ärger und Unwissenheit Tränen geschwitzt und geweint habe. Und ich höre mich heute noch, wie ich dastand, Letty anschaute und zu mir sagte: NIE mehr! NIE mehr tue ich mir so etwas an!
Und jetzt das:  Ich will einen Zweithund. Echt jetzt? So dumm! Wie kann ich gleichzeitig sagen: Nie mehr! und dann im gleichen Satz: Ich will wieder ein Welpe…

Ich verstehe es nicht. Ihr schon? Langsam glaube ich, dass ich es niemals herausfinden werde. Warum. Aber eigentlich ist es ja auch sowas von Pipegal oder? Wenn ich es ja möchte, für mich, für Letty. Dann werde ich das ganze Welpen-Theater schon überstehen. Es ist ja nicht ALLES so schwierig. Nein die Welpenzeit an sich ist ja im Grunde wunderschön.
So eine kleine Fellnase zu haben. Sie aufwachsen zu sehen. Ihr Sachen bei zu bringen. Mit Ihr zu lernen und gemeinsam an Herausforderungen zu wachsen, sie zu meistern und am Ende des Tages die Fortschritte zu sehen.

Warum ich mich doch dafür entschieden habe?

Eigentlich bin ich mit Letty glücklich. Ich bräuchte keinen zweiten Hund. Nein. Ich glaube auch Letty wäre ohne ihr felliges-Baby zufrieden.
Der Wunsch kam einfach so auf. *Puff da war er.

Besteht nach einem Ersthund die Suchtgefahr nach weiteren Pfoten?

Vielleicht ja schon. Das Hunde-Virus hat mich gepackt? Diese Ausrede habe ich übrigens auch schon bei Tattoos gehört. *räusper und habe ich ganz nebenbei vielleicht auch schon ein, zwei mal selber ausgesprochen…
Aber da verfällt Frauli einfach ihrer Traumwelt und zack, ist Letty trächtig und zack kommt da der erste Welpe zu Welt der auch schon seit dieser Sekunde zu uns gehört. Ja genau. Als erster Welpe erblickte sie die Welt. Letty schlabbert ihr als erste das Näschen frei und Frauli öffnete ihr Herz für eine weitere wunderschöne blue-merle Hündin. Ab diesem Zeitpunkt waren alle Zweifel der letzten Wochen, Monate vergessen. Sie war da.
Vielleicht hätte Frauli zu diesem Zeitpunkt auch einfach hart bleiben sollen und zu sich sagen: Die kleine Wuschelmaus findet ihren Für-immer-Platz bestimmt bei einer liebevollen Familie.

Aber ganz ehrlich? Wenn ein Wunsch, auch sei er noch so klein und zurück gedrängt von all den Sorgen, Zweifel und Ängsten irgendwo zusammengekauert in einer dunklen Ecke haust, da ist und ein winziger, wirklich ganz winziger Hoffnungsschimmer durch die verstickte Situation zwinkert, darf er dann nicht in Erfüllung gehen?

Ich habe mir viele Gedanken gemacht. Wirklich viele. Und die Meisten aber bezüglich auf: wieso ich keinen zweiten Hund haben kann. Es schien logisch, dass ein zweiter Hund in unserer Familie, vor allem in meinem Leben unmöglich ist. Die Gründe:

  • als erstes nur wegen Letty.
    Sie soll meine volle Aufmerksamkeit haben bis ins Alter. Wo schon meine Zweifel da sind, ich denke auch berechtigt, ob das auch noch machbar ist mit zwei Hunden? (Obwohl Letty ja sicher zu den verwöhnteren Hunden auf dieser Welt zählt, behaupten zumindest immer wieder so Leute 😛 kann ich nicht verstehen. Irgendwo hin muss ich ja mit meiner Liebe oder?) Vielleicht würde ein zweiter Hund Letty aber auch mehr Sicherheit geben. Da sie eher ängstlicher Natur ist. Vielleicht wäre das der Ausgleich.
  • Meine begrenzte Zeit
    Durch mein Vollzeit Arbeitspensum ist meine Freizeit ziemlich begrenzt. Irgendwann muss ich auch noch meinen Haushalt erledigt kriegen. Also wird die Zeit mit zwei Hunden bestimmt nicht verdoppelt, sondern mich noch mehr einengen. Also wird das Hundetraining, die Hundeerziehung und die spielerische Auszeit straff in mein Freizeitprogramm einfliessen müssen. Aber heut zu Tage kommt ja eh nix mehr schlaues im TV oder? Was will man dann noch zu Hause rumsitzen? Besser draussen mit den Vierbeinern die Natur geniessen. Stimmts?
  • Der finanzielle Aspekt
    Zwei Hunde gleich doppelte Ausgaben.
    In vieler Hinsicht glaube ich das schon. Da Letty schon verfressen ist, wird ihre Kleine den Bauch bestimmt auch nie satt bekommen. Also denke ich, muss für Futter mehr eingerechnet werden.
    Sicher auch die Hundekurse, Welpenschule, Plauschgruppen und zusätzliche Trainings kosten viel Geld. Aber Letty macht das Lernen so viel Spass und sie lernt so schnell. Was mich glücklich und stolz macht. Also hoffe ich die Kleine wird genauso zupacken!
    Hundeleinen, Halsbänder und so sind schon genügend und im Überfluss vorhanden. Wirklich!
    Für Hundebetten gebe ich im Durchschnitt sicherlich viel Geld aus.
    Letty hat schon zwei Zuhause und eins im Büro. Also wird das doppelt angeschafft werden müssen. Ist ja auch nur fair oder? Aber so ein Bett kaufe ich ja nicht all paar Wochen neu. Also…
    Tierarztkosten halten sich bis jetzt *Holz anfassen, noch im bezahlbaren Ausmass. Letty habe ich nur das nötigste geimpft. 1x.
    Weiter haben wir nur Geld für Hundekot-Tests ausgegeben um Wurmbefall festzustellen. Sie wurde noch nie entwurmt. Werde ich auch bei der Kleinen so machen.
  • Ferien und Urlaub machen
    Ich höre immer wieder: “mit zwei Hunden kannst du ja nie mehr in die Ferien“ oder “Was machst du, wenn du mal Abendessen gehen willst?  Klar einen Hund kann ich eher mal schnell “unterbringen“. Aber zwei Hunde? da wäre meine Mama bestimmt übelst überfordert. Aber in die Ferien mit dem Wohnmobil geht ja ohne Probleme. Fliegen tue ich sowieso nicht gerne. Und das Alleine-Bleiben wird ab Einzug der Neuen schon viel früher gelernt. (Das habe ich bei Letty etwas verschlafen, da sie ja nie alleine bleiben musste.)

Tja wie ihr seht, ist meine Liste nur so gefüllt mit Zweifeln gross und klein. Und wahrscheinlich habe ich hier auch noch mehr als die Helfte vergessen.

Aber…

Ich glaube, wenn ich das will, schaffe ich das! Jawohl. Denn mein Ehrgeiz wird dann erst richtig geweckt, wenns mich unter den Fingernägeln anfängt zu jucken.
Sicher weiss ich, dass ich vieles anderst machen muss, als ich das bei Letty’s Erziehung gemacht habe. Sie war ja auch mein erster Hund. Da kann ich ja noch nicht alles gwusst haben oder? Aber in den 1.5 Jahren habe ich viel über Hunde erfahren und durch Letty vieles gelernt. Auch über mich!
Dass ich Letty verzogen habe, zu wenig konsequent war (bin), vielleicht schnell mal nachgegeben habe / weich wurde oder ihrem Hundeblick verfallen war (werde), weiss ich. Ja ich weiss es! Wir haben echt noch viele Baustellen, welche schon von Anfang an hätten besser gelernt / erzogen werden können. Aber das wird einem Frauchen halt erst jetzt so richtig bewusst, wenn man sich Gedanken darüber macht, was beim Zweiten anderst werden soll. Besser! Von Anfang an.

Vor allem aber denke ich, dass ich jetzt weiss, auf was ich mich bei dieser Herausforderung eingelassen habe. Bei Letty war ich einfach blind vor Welpenliebe. Bei ihr war alles so herzig, lustig und einfach nur jöööö…
Beim nächsten Wuschel weiss ich, was das bedeutet, wenn ich einfach nur jöö im Kopf habe. Dass ich mich nicht ärgern muss, wenn sie halt mal reinpieselt. Oder in meine Waden beisst. Nach mir schnappt. Keine Tränen mehr vergiessen muss, wenns von heute auf morgen nicht besser wird.
Es ist ein Lebewesen. Keine Maschine. Und jedes Tier lernt anderst schnell, oder fleissig wie das andere. Kein Grund für Weltuntergangsstimmung oder Panik. Nein… Mit viel Übung wird das! Und vielleicht hilft mir Letty ja dieses Mal etwas mit und zeigt der Kleinen schneller wo die Grenzen sind. Als ich vielleicht. Sie kann vielleicht härter durchgreifen.
Sie zähnefletschend ansehen und mit ihrem braunen Kulleraugen sagen:
es ist gut jetzt!

Dass ich an mir selber am meisten Arbeiten muss ist mir klar. Ansonsten tanzen mir nach nur kurzer Zeit beide Hundedamen auf der Nase rum. Das würde grad noch fehlen. Nein. Für beide gelten die gleichen Spielregeln!
Dann können wir uns alle liebhaben.

Es gibt nur eins, was besser ist als ein Hund – zwei Hunde!


Zu diesem Beitrag ziehe ich nun mal den Schlussstrich. Sonst kommen mir noch weitere Gründe und Zweifel in den Sinn und machen mich noch unsicherer, was meine Entscheidung betrifft. Was meint Ihr dazu? Habt Ihr einen oder mehrere Hunde? Wie habt Ihr euch entschieden? Warum?
Ich freue mich auf Eure Kommentare.


Eure Foehnlocke

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